Ein Artikel von Dr. Hannes findeisen

Herzstolpern: Ursachen, Symptome & wann zum Kardiologen

Plötzlich ist es da: das Herz macht einen „Hüpfer", setzt kurz aus oder schlägt unregelmäßig. Herzstolpern kann erschreckend sein, besonders wenn es ohne Vorwarnung auftritt. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt eine harmlose Ursache dahinter. Trotzdem sollten Sie Herzstolpern nicht ignorieren, denn nur eine kardiologische Untersuchung schafft echte Sicherheit.

Prof. Dr. Hannes Findeisen

Ihr Kardiologe in Münster

Definition

Was ist Herzstolpern?

Herzstolpern bezeichnet das Gefühl eines unregelmäßigen, aussetzenden oder flatternden Herzschlags. Medizinisch handelt es sich meist um Extrasystolen: vorzeitige Herzschläge, die das normale Reizleitungssystem kurzfristig außer Takt bringen. Bei herzgesunden Menschen sind sie in der Regel harmlos. Dieses Gefühl entsteht, wenn das Herz einen Schlag zu früh oder zu spät abgibt – gefolgt von einer kurzen Pause, die sich wie ein „Aussetzer" anfühlt. Fachmedizinisch unterscheiden wir:
Extrasystolen
vorzeitige Einzelschläge aus Vorhof oder Herzkammer
Vorhofflimmern
unkoordiniertes Flimmern der Vorhöfe, die häufigste anhaltende Rhythmusstörung
Supraventrikuläre Tachykardien
plötzlich einsetzende schnelle Herzschlagserien
Ventrikuläre Rhythmusstörungen
seltener, aber behandlungsbedürftig
Studien zeigen: Extrasystolen treten bei bis zu 70 % aller Erwachsenen im Langzeit-EKG auf – die meisten bemerken es nicht einmal. Herzstolpern ist damit eines der häufigsten kardiologischen Symptome überhaupt.

Top 7 Ursachen für Herzstolpern
Diese sieben Auslöser sind für den Großteil aller Fälle verantwortlich:
1
Stress und psychische Belastung
Stresshormone wie Adrenalin erhöhen die elektrische Erregbarkeit des Herzens direkt.
2
Energy Drinks, Alkohol und Nikotin
Alle drei Substanzen reizen das Herzreizleitungssystem.
3
Schlafmangel und Erschöpfung
Besonders häufig bei Herzstolpern nachts oder beim Einschlafen.
4
Elektrolytmangel
Zu wenig Magnesium oder Kalium stört die elektrische Stabilität des Herzens.
5
Hormonelle Veränderungen
Schwangerschaft, Wechseljahre, Schilddrüsenüberfunktion.
6
Flüssigkeitsmangel
Bereits leichte Dehydration kann Extrasystolen auslösen.
7
Herz- oder Organerkrankungen
Koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Bluthochdruck, Herzmuskelentzündung.
Häufige Ursachen im Detail
Herzstolpern durch Stress – der häufigste Auslöser Herzstolpern und Stress sind eng miteinander verbunden. Das vegetative Nervensystem reguliert unmittelbar den Herzrhythmus. Bei Anspannung, Angst oder Dauerstress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus – beide erhöhen die Erregbarkeit der Herzmuskelzellen. Typisches Patientenszenario: Viele Patienten berichten, dass das Herzstolpern abends auf dem Sofa oder nachts im Bett besonders stark auftritt. Der Grund: Tagsüber überlagert die Aktivität die Körperwahrnehmung. In der Ruhe rückt das Herz in den Fokus – und jede Extrasystole wird bewusst gespürt.
Herzstolpern nachts
  • Im Liegen verlangsamt sich die Herzfrequenz (Vagotonus) – dadurch werden Extrasystolen spürbarer
  • Schlafmangel und Erschöpfung erhöhen die Herzreizbarkeit
  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) kann Herzrhythmusstörungen direkt auslösen
  • Alkohol am Abend begünstigt nächtliche Rhythmusstörungen Wenn Sie regelmäßig nachts durch Herzstolpern aufwachen, sollte ein Langzeit-EKG und ein Schlafapnoescreening erfolgen.
Elektrolytmangel
Magnesium und Kalium sind essenziell für die elektrochemischen Vorgänge im Herzmuskel. Schon ein leichter Mangel – häufig durch einseitige Ernährung, starkes Schwitzen, Durchfall oder bestimmte Medikamente (z. B. Entwässerungsmittel) – kann Extrasystolen deutlich verstärken. Bei vielen Patienten verbessert sich das Herzstolpern durch eine gezielte Magnesiumsupplementierung bereits innerhalb weniger Wochen spürbar.
Herzstolpern und hormonelle Veränderungen
Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine der am häufigsten übersehenen Ursachen für Herzrhythmusstörungen. Erhöhte Schilddrüsenhormone steigern die Herzfrequenz und begünstigen Vorhofflimmern. Ein einfacher Bluttest klärt dies in wenigen Stunden. In der Schwangerschaft steigt das Herzminutenvolumen um bis zu 50 % – Extrasystolen sind entsprechend häufig und meist harmlos. Trotzdem empfehlen wir eine Abklärung beim Kardiologen.

symptome

Symptome bei Herzstolpern – was Betroffene beschreiben

Die Symptome bei Herzstolpern sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Am häufigsten berichten Patienten von:
  • „Aussetzer" – das Herz scheint kurz stillzustehen
  • „Doppelschlag" – ein zu früher Schlag, gefolgt von einer Pause
  • Flattern oder Flimmern im Brustkorb
  • Plötzliches kurzes Herzrasen (wenige Sekunden bis Minuten)
  • Leichtes Druckgefühl oder Kribbeln in der Brust
  • Schwindel oder kurze Benommenheit begleitend
Wichtig zu wissen: Die subjektive Intensität der Wahrnehmung sagt nichts über die medizinische Schwere aus. Manche erleben harmlose Extrasystolen als sehr beängstigend – während ernsthaftere Rhythmusstörungen manchmal kaum bemerkt werden.

Harmlos oder abklärungsbedürftig?

Die subjektive Intensität der Wahrnehmung sagt nichts über die medizinische Schwere aus. Nur eine kardiologische Untersuchung schafft echte Sicherheit.

Eher harmlos Abklärung empfohlen
Selten – wenige Male pro Woche Täglich oder mehrfach täglich
Verschwindet in Sekunden von selbst Hält Minuten oder länger an
Kein Schwindel, keine Atemnot Begleitet von Schwindel, Ohnmacht, Atemnot
In Ruhe oder nach Energy Drinks Unter körperlicher Belastung
Kein Herzleiden bekannt Vorerkrankungen des Herzens
Junge, herzgesunde Person Ab 50+ oder mit Risikofaktoren
🚨

Sofort Notruf 112 wählen bei:

Starken Brustschmerzen oder Engegefühl
Bewusstlosigkeit oder Beinahe-Ohnmacht
Anhaltendem Herzschlag über 150 Schläge/Minute
Atemnot kombiniert mit Herzrasen und Angstgefühl

Diagnose

Diagnose beim Kardiologen in Münster – so gehen wir vor

In unserer Privatpraxis für Kardiologie in Münster verfügen wir über das gesamte Spektrum moderner Herzdiagnostik – alles unter einem Dach, ohne Verweise auf andere Einrichtungen.
1
Ruhe-EKG
Die erste und schnellste Untersuchung. Zeigt Herzrhythmus, Frequenz und elektrische Herzfunktion – in wenigen Minuten, vollständig schmerzfrei.
2
Langzeit-EKG (24–72 Stunden)
Das wichtigste Instrument bei gelegentlichem Herzstolpern. Ein kleines, unauffälliges Gerät begleitet Sie im Alltag und zeichnet jeden Herzschlag auf – so erfassen wir auch Extrasystolen und Rhythmusstörungen, die im Ruhe-EKG unsichtbar bleiben.
3
Belastungs-EKG (Ergometrie)
Tritt Herzstolpern unter Belastung auf? Das Belastungs-EKG zeigt, wie Ihr Herz auf zunehmende Anstrengung reagiert – und ob Durchblutungsstörungen vorliegen.
4
Herzultraschall (Echokardiographie)
Modernste 3D-Ultraschalltechnik. Wir beurteilen Herzgröße, -funktion, Herzklappen und Herzwand – und schließen strukturelle Ursachen von Herzrhythmusstörungen aus.
5
Spiroergometrie
Der Goldstandard zur Herzleistungsdiagnostik. Kombiniert Belastungstest und Atemgasanalyse – besonders relevant für Sportler und Patienten mit Belastungsdyspnoe.
6
Schlafapnoescreening
Ambulante nächtliche Atemanalyse – wichtig bei Herzstolpern nachts oder Verdacht auf Schlafapnoe als Auslöser.
7
Labordiagnostik
Schilddrüsenwerte, Elektrolyte (Magnesium, Kalium), Blutbild, Entzündungsmarker, Herzenzyme – ein gezieltes Labor klärt metabolische Ursachen schnell und zuverlässig.

Was passiert nach der Diagnose?
Die Therapie richtet sich konsequent nach der Ursache:
Harmlose Extrasystolen
Keine Medikamente notwendig. Lebensstilanpassung, Stressreduktion, Elektrolytausgleich – und die Sicherheit zu wissen, dass das Herz gesund ist.
Behandlungsbedürftige Rhythmusstörungen
Medikamentöse Therapie, ggf. Überweisung zu spezialisierten Rhythmuszentren. Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess.
Vorhofflimmern
Konsequente Schlaganfallprophylaxe (orale Antikoagulation) sowie Rhythmisierung, falls indiziert. Als erfahrene Kardiologen in Münster betreuen wir Vorhofflimmern-Patienten vollständig.
Häufige Fragen zu Herzstolpern
Ist Herzstolpern gefährlich?
In den meisten Fällen nein. Gelegentliche Extrasystolen sind bei herzgesunden Menschen harmlos und kommen bei fast jedem Menschen vor. Gefährlich werden Herzrhythmusstörungen, wenn sie dauerhaft auftreten, mit Symptomen wie Schwindel oder Atemnot verbunden sind oder auf eine zugrundeliegende Herzerkrankung hinweisen. Eine kardiologische Abklärung schafft Sicherheit.
Kann Stress Herzstolpern verursachen?
Ja, Stress ist einer der häufigsten Auslöser. Stresshormone wie Adrenalin erhöhen die elektrische Erregbarkeit des Herzens direkt und können Extrasystolen auslösen. Viele Patienten berichten von Herzstolpern in Ruhemomenten – abends oder nachts – weil die Aufmerksamkeit dann stärker auf den Körper gerichtet ist.
Was kann ich selbst gegen Herzstolpern tun?
Energy Drinks und Alkohol reduzieren, ausreichend trinken (mind. 1,5–2 Liter täglich), auf eine magnesiumreiche Ernährung achten (Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorn), regelmäßige moderate Bewegung, Stressmanagement (Atemübungen, Yoga, Meditation) und ausreichend Schlaf. Viele Betroffene erleben durch diese Maßnahmen deutliche Besserung.
Wie wird Herzstolpern beim Kardiologen diagnostiziert?
Die wichtigsten Untersuchungen sind Ruhe-EKG, Langzeit-EKG (24–72 Stunden), Echokardiographie und bei Bedarf Belastungs-EKG. Ergänzend werden Laborwerte bestimmt. Alle Untersuchungen sind schmerzfrei und in unserer Kardiologie am Prinzipalmarkt Münster ohne lange Wartezeiten möglich.
Muss ich bei Herzstolpern in die Notaufnahme?
Nur bei Warnsymptomen: starke Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, extreme Atemnot oder anhaltend sehr schneller Herzschlag (über 150 Schläge/Min.). In diesen Fällen sofort Notruf 112. Ohne solche Symptome ist ein zeitnaher Termin beim Kardiologen der richtige Weg.
Kann Herzstolpern nach COVID-19 auftreten?
Ja. Post-COVID und Long-COVID können das Herz beeinflussen und Herzrhythmusstörungen verursachen – auch noch Monate nach der Erkrankung. Wir klären solche Beschwerden gezielt ab, mit besonderem Augenmerk auf post-virale Herzveränderungen.
Ist Herzstolpern in der Schwangerschaft gefährlich?
Herzstolpern ist in der Schwangerschaft häufig und meist harmlos – bedingt durch hormonelle Veränderungen und das erhöhte Herzminutenvolumen (plus 40–50 %). Eine kardiologische Abklärung ist dennoch empfehlenswert, um seltene ernsthafte Ursachen auszuschließen.
Warum spüre ich Herzstolpern besonders nachts?
Nachts verlangsamt sich die Herzfrequenz (erhöhter Vagotonus), was Extrasystolen spürbarer macht. Zudem lenkt die Ruhe die Aufmerksamkeit auf den Körper. Schlafapnoe, Alkohol am Abend und Erschöpfung verstärken nächtliches Herzstolpern zusätzlich. Ein Langzeit-EKG erfasst auch nächtliche Rhythmusstörungen zuverlässig.
Was sind Extrasystolen genau?
Extrasystolen sind vorzeitige Herzschläge, die außerhalb des normalen Reizleitungssystems entstehen. Ein einzelner Herzmuskelbereich feuert einen Impuls zu früh – das Herz kontrahiert frühzeitig, gefolgt von einer kurzen Pause. Diese fühlt sich wie ein „Aussetzer" an. Bis zu 70 % aller Erwachsenen haben im Langzeit-EKG gelegentlich Extrasystolen, ohne es zu bemerken.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Herzstolpern und Vorhofflimmern?
Häufige Extrasystolen – besonders aus dem Vorhof – können in seltenen Fällen Vorhofflimmern auslösen oder ankündigen. Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und erhöht das Schlaganfallrisiko. Deshalb ist eine Abklärung bei häufigem Herzstolpern wichtig – zur sicheren Differenzierung zwischen harmlosen Extrasystolen und behandlungsbedürftigem Vorhofflimmern.
Hilft Magnesium gegen Herzstolpern?
Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der elektrischen Stabilität des Herzens. Ein Mangel kann Extrasystolen begünstigen oder verstärken. In vielen Fällen verbessert sich das Herzstolpern nach gezielter Magnesiumsupplementierung spürbar – vor allem wenn ein Mangel durch Blutuntersuchung bestätigt wurde. Sprechen Sie die Dosierung mit Ihrem Kardiologen ab.
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Kardiologie am Prinzipalmarkt Münster

Seit über 20 Jahren ist die Kardiologie am Prinzipalmarkt eine feste Größe in der kardiologischen Versorgung in Münster und darüber hinaus. Die Praxis steht für moderne Herzmedizin, eine präzise Diagnostik und eine persönliche Betreuung auf fachlich hohem Niveau. Dr. med. Karl-Heinz Keuper, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, und Prof. Dr. med. Hannes Findeisen, Professor für Kardiologie, führen die Praxis gemeinsam. Beide vereinen langjährige klinische Erfahrung mit einem hohen Anspruch an eine verständliche und individuelle Patientenbetreuung. Unterstützt werden sie von Dr. med. Andrey Rozhnev, ebenfalls Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Gemeinsam deckt das Ärzteteam das gesamte Spektrum moderner Kardiologie und Angiologie ab – von der präventiven Untersuchung über die differenzierte Diagnostik bis hin zur langfristigen Begleitung bei bestehenden Herzerkrankungen. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Patient: ausreichend Zeit für Gespräche, eine klare und nachvollziehbare Erklärung der Befunde sowie eine Therapie, die sich an den individuellen Bedürfnissen orientiert.
Drei lächelnde Männer in weißen Hemden und Hosen stehen in einem Raum mit geometrischer Wandgestaltung.

Prof. Dr. Hannes Findeisen & Dr. Karl-Heinz Keuper

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